artbucher

COMMUNIQUE POUR L INTERVENTION DE STEPHANIE BUCHER dans l'entreprise MUT-Tschamber

ART AND ENGINEERING

MUT-Tschamber Misch- und Trenntechnik GmbH, Wehr

Am 18. und 19. Juni präsentiert MUT-Tschamber in Wehr die Künstlerin Stephanie Bucher mit ihrer Installation „Art and Engineering“, in der sich Kunst und Maschinenbau auf 1000 Quadratmetern unmittelbar begegnen. Rund 80 großformatige Gemälde und serielle Arbeiten, seit 2008 an ihrem Wohnort im Burgund / Frankreich sowie vor Ort entstanden, geben im ersten Teil des auf zwei Jahre angelegten Projekts Einblick in das vielseitige Schaffen der 43-jährigen Schweizerin, die erstmals in Deutschland ausstellt. Neben der Natur, die Stephanie Bucher Inspiration für ihre expressiven Schöpfungen ist, werden ihre drei neuesten Konzepte zu sehen sein: „Jazz“ und „Chocolate“, die sich den Launen der verführerischen Themen Musik und Schokolade widmen, sowie „INOX“, ein Ensemble von Bilderfindungen, die sich mit den besonderen Eigenschaften des Materials Metall auseinandersetzen und in Zusammenarbeit mit MUT-Tschamber entwickelt wurden.

„Die Natur ist meine wichtigste Inspirationsquelle“, lautet das Credo von Stephanie Bucher. 1968 im schweizerischen Liestal geboren, ist die liebliche Landschaft des Basellands mit ihren sanften Hügeln, Wiesen und Wäldern seit ihrer Kindheit ein ständiger Begleiter. Heute lebt die ausgebildete Künstlerin und Pädagogin im Burgund, einem der malerischsten Weinbaugebiete Frankreichs. Der starke Bezug zu den Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde, zu Farben, Licht und der für sie „mystischen, spirituellen Umgebung“ spiegelt sich in ihren zwischen pastosem und lasierendem Farbauftrag changierenden Werken wider, in denen sich der schwungvolle Pinselduktus ebenso abzeichnet wie Gravuren, Risse und die Arbeit mit dem Schwamm, der hier seine Abdrücke hinterlassen hat.

Stephanie Bucher arbeitet auf Leinwänden mit verschiedenen Geweben sowie auf Papier, Holz und Schiefer. Auch Fenster, Acrylglas oder Kupfer gehören zu ihren Maluntergründen, die sie intuitiv verwendet. Neben Ölfarben und Acrylkreiden kommen Sand, Gips und Graphit zum Einsatz. Auch Spuren von Asche und Kakao finden sich in ihren vielschichtigen Arbeiten, die, scheinbar von einer inneren Kraft getragen, zum Betrachter sprechen. Dem abstrakten Expressionismus zugetan und dennoch völlig unabhängig in ihrer individuellen künstlerischen Sprache, ist die Abwesenheit figürlicher Darstellung ein Hauptmerkmal im vielseitigen Schaffen der Malerin. Dennoch ist der Mensch stets anwesend: in Sinneseindrücken, die Stephanie Bucher, die sich im Prozess des Malens als Forscherin versteht, um sich herum aufnimmt und als mannigfaltige Impressionen in Bilder übersetzt. Als genaue Beobachterin taucht sie in ihre Umgebung ein, schafft, dem Wesen von Farben und Materialien nachspürend, Metamorphosen des Gesehenen und Erspürten und öffnet geheimnisvolle Bildräume, angefüllt von enormer Ausdruckskraft und pulsierendem Rhythmus. Es ist eine magische Welt, in die die Künstlerin entführt. Ein Spiel von Licht und Schatten, von Zeigen und Verhüllen. Und immer scheint es, als verberge sich hinter der einen Tür, die sich unter den rätselhaften Malschichten öffnet, eine zweite und dann noch eine und noch eine weitere.

In der Installation „Art and Engineering“ zeigt Stephanie Bucher in einer Industriehalle von MUT-Tschamber auf 1000 Quadratmetern rund 80 großformatige Gemälde und serielle Arbeiten. Bei dem auf zwei Jahre angelegten Konzept, bei dem Kunst und Maschinenbau unmittelbar aufeinander treffen, kommt im ersten Teil am 18. und 19. Juni nicht nur ihr Lehrmeister, die Natur, zu Wort. Mit drei neuen Projekten offenbart die Schweizer Künstlerin noch andere Seiten:

 

„INOX“

Kunst und Industrie gehen eine berauschende Verbindung ein: Großformatige Gemälde reflektieren die Arbeitsabläufe während der Produktion, das Schweißen, Fräsen, Bohren und Schleifen des Stahls, mit all ihren akustischen, optischen und olfaktorischen Reizen. Die Energie, die beim Bearbeiten des Materials frei wird, bildhaft umzusetzen, war Stephanie Buchers Anliegen bei dem für die Ausstellung titelgebenden Projekt, das in Zusammenarbeit mit MUT-Tschamber entstanden ist. Dabei bildet die kristalline Grundstruktur des Stahls die Basis, auf der sich Fragmente von Maschinenteilen und Luftblasen abzeichnen, wie sie bei einem mit großer Hitze betriebenen Mischvorgang entstehen.

 

„Chocolate“

Beim Besuch eines Chocolatiers in Montceau-les-Mines / Burgund tauchte Stephanie Bucher in die köstliche Welt der Schokolade ein, deren „weiche und fließende Beschaffenheit“ sie fasziniert. Bei Kostproben in der Schokoladenküche holte sie sich Anregungen für ihre Bilderserie „Chocolate“, in der sie das verführerische Aroma des flüssigen Goldes der Azteken, seinen Geruch und seinen Geschmack visualisiert. „Symphonie Pastorale“, „Ronde du Soleil“ und „Thé du Chine“ lauten die Namen der auserwählten Pralinenkreationen, die mit den Farben Magenta, Weiß, Aschegrau und Schwarz, mit Kakaopuder und Teeblättern Assoziationen wecken an den zarten Schmelz und seine auf der Zunge zergehenden Füllungen.

 

„Jazz“

Als Anhängerin des Jazz ist für Stephanie Bucher diese musikalische Stilrichtung mit ihren zahlreichen Facetten, ihren Ecken und Kanten, ihren rhythmisch herausfordernden Off-Beats und ihrem unstillbaren Verlangen nach Interpretation eines ihrer liebsten Forschungsobjekte. Zu zwei ausgewählten Kompositionen des französischen Jazz-Akkordeonisten Richard Galliano – „Opale Concerto“ und „Honey Fingers“ – schuf sie in Kooperation mit der Musikerin Ann-Sophie Bonnot eine Serie neuer Arbeiten. In ihrem Atelier in St. Quentin übersetzte die Malerin beim Spiel der Akkordeonistin die Klänge als synästhetische Wahrnehmung auf die Leinwand. Zwischen den einzelnen Sitzungen entwickelte Stephanie Bucher die Werke weiter, indem sie ihr Unterbewusstsein befragte. Das Ergebnis: „Die Arbeit mit der Musik ermöglicht mir eine neue Freiheit in Bezug auf die Technik der Malerei. Ich erlebe die Klänge sehr körperlich und setze sie mit den Farben im Bild zu einer Art Partitur zusammen.“

Neben ihrer Tätigkeit als freie Malerin arbeitet Stephanie Bucher als Kunstdozentin für verschiedene Einrichtungen. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf der Beschäftigung mit psychisch labilen Kindern und Jugendlichen. Nach Ausstellungen in der Schweiz, in Frankreich und Spanien ist sie mit ihren Werken erstmals in Deutschland zu sehen.

Die Zusammenarbeit mit MUT-Tschamber ergab sich, als Stephanie Bucher auf der Suche nach einem geeigneten Ausstellungsraum für ihre Werke war. Das Unternehmen für Misch- und Trenntechnik in Wehr hat der Malerin in einem separaten Raum ein Atelier zur Verfügung gestellt. Hier ist in den letzten Monaten ein Großteil der ausgestellten Werke entstanden.

 

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